Nachdem es am Dienstagabend gewittert hatte, nahm es mich am Mittwochabend wunder, ob der Töss-Wasserspiegel gestiegen wäre. Also begab ich mich einmal mehr zur kleinen Brücke und begutachte das Ganze: Ein trauriges Rinnsal bahnte sich den Weg durch die künstlich angelegte Schwelle. Eine Stockente schwamm lustlos durch einen kleinen See, der sich gebildet hatte.
Nochmals bitterer zeigte sich die Situation gestern: Das Rinnsal war versiegt, das Seelein nochmals kleiner geworden. Ich stieg hinab und stand schliesslich mitten in der Töss, wo ich trockenen Fusses durch das Flussbett gehen konnte. Direkt vor mir stand auf der Schwelle ein Graureiher und harrte der Dinge, die da kommen sollten – aber eben nicht kamen.
Zwanzig Minuten lang standen wir da, Auge in Auge, bis er ein paar Meter zur Seite flog – nicht ohne gleich wieder zurückzustaksen.
Ein schöner, wenn auch bedauernswerter Vogel …
