Category Archives: Unterwegs

Es ging eine ganze Weile, bis ich merkte, was da piepste. Ich war im Migros beim Self-Choeckout gestrandet, weil der Kontaktlos-Sensor meine Postcard abwies. Das Gerät verlangte, dass ich die Karte in den Leser stiesse. Dies unterstrich es – so hatte ich das Gefühl – mit einem lauten Piepsen. Als sich das Piepsen immer wieder wiederholte, auch ohne dass ich meine Karte an ein falsches Ort gehalten hätte, wurde mir bewusst, dass dieses Signal von sonst irgendwo her kommen musste.…

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Hundert Prozent aller in ZRH heute zwischen 6 und 7 Uhr ankommenden Flugzeuge flogen heute direkt bei uns über das Dach. Eindrücklich, die grossen Vögel, die da wieder – wie früher – aus der Dunkelheit auftauchten. Aus Fernost kamen Sie: Shanghai, Bangkok. Die grössten Flieger der Swiss: Triple Seven, A340. Lohnt es sich eigentlich, solch grosse Flugzeuge zu bewegen, jetzt, da niemand reist? Wobei: Kleinere Flieger müssten wohl unterwegs irgendwo zwischenlanden … Hundert Prozent aller Flugzeuge morgens zwischen 6 und…

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Gestern sass ich am Morgen wieder mal an meinem Lieblingsort, zuvorderst auf dem Einzelplatz, direkt hinter dem Führerstand. Bald sah ich die Billettkontrolleurin herannahen, die alle Passagiere nach ihrem Billett und ihrem Fahrziel fragte. Zu mir kam die Frau nicht. Ich führte es darauf zurück, dass sie am Bahnhof Rikon kurz den Zug verlassen musste und ihr keine Zeit mehr für mich blieb. Als die Fahrt weiterging, kontrollierte sie zuerst die beim Eingang Stehengebliebenen, bevor sie sich die weiteren Fahrgäste…

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Zusätzlich zum See brachte das Wetter auch mit sich, dass die Töss anschwoll. Aus dem schmalen Fluss, der in seinem Kanal dahin rinnt und wegen der natürlichen Tössversickerung zum Teil ganz ausbleibt, war ein tosender, schmutziger Strom geworden. Die Wassermassen kräuselten sich nicht mehr an den Schwellen, nein, sie brachen sich förmlich daran und bildeten tödliche Walzen. Wehe, man käme dem Fluss zu nahe! Unvorstellbar, welche Wassermassen da durchs Tal donnerten! Mir ist die Töss im Normalzuatand bedeutend lieber!

Neuerdings haben wir Seeanstoss. Der Rämismühlesee ist nicht gross, aber ganz klar ein See. Auf zwei Seiten begrenzt durch den Wall Richtung Strasse und Zug, auf den anderen Seiten auslaufend mit Flachufern. Wenn das Wetter stimmen würde, wäre das Ganze noch fast idyllisch: Man könnte Boote schwimmen lassen, die Sonne würde sich bei ihrem Auf- und Untergang darin spiegeln, Schwäne und Enten würden brüten. Die ganze Nachbarschaft träfe sich – in gebührlichem Abstand selbstverständlich – und genösse das neue Gewässer.…

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All der Schnee, der in den letzten Tagen lag und die Gegend gelinde gesagt weiss überzuckert hatte, schmilzt jetzt rasch. Dies nicht etwa beim schönsten Sonnenschein, sondern begleitet von Regenschauern. Alles ist schmutzig, der verbleibende Schnee am Strassenrand grau, und die Strassen voller kleiner, dreckiger Bäche. Ich hasse dieses Wetter! Wenigstens ist jetzt die Gefahr des Ausgleitens beim Gehen gebannt …

Abfall einfach zu Boden zu werfen, ist mir fremd. So störten mich auch die Bierkartons, die da auf dem Weg lagen, voll mit Schnee, zertrampelt von all jenen, die da entlang gekommen waren. Und doch konnte ich dem Ganzen etwas Gutes abgewinnen: Es handelte sich um Kartons von Corona-Bier, das ja immer wieder mit seinem Namen für Witze herhalten musste, wenn es um Covid-19 ging. Es wäre praktisch, so überlegte ich mir, wenn man das Virus auch einfach mit den…

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Er war zu bedauern: Der Lokführer hatte uns gestern Abend einigermassen problemlos bis nach Rikon gebracht. Dort jedoch ging nichts mehr. Relativ rasch wandte er sich über Lautsprecher an uns: „Geehrte Fahrgäste, unsere Weiterfahrt verzögert sich noch ein bisschen. Ich versuche noch ein paar Sachen am Zug zu machen. Im Moment können wir nicht weiterfahren.“ Nun rannte er immer wieder zwischen Führerkabine und Fahrgastraum hin und her, machte sich an verschiedenen Kästen und Schränken zu schaffen und probierte immer wieder,…

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Heute Morgen war das Trottoir sauber von der Strasse abgetrennt: Offenbar hatte ein Fahrzeug den Schmee von der Fahrbahn weg an den Strassenrand geschoben, so dass ein kleines Mäuerchen entstanden war. Weil auch das Trottoir einigermassen gut gepfadet worden war, kam man dort gut voran. Aufzupassen galt es jedoch zu Beginn des so abgetrennten Trottoirs: Dieser entsprach nämlich nicht seinem physischen Anfang. In Wirklichkeit begann es spitz und wurde immer breiter bis zur vollen Breite. So jedoch war der Randstein…

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Normalerweise hat es in unserer Mensa Platz für einige Dutzend Schulangehörige. An jeweils zwei zusammengeschobenen Tischen können zehn Personen sitzen. Man kann diskutieren, austauschen oder auch einfach Small-Talk pflegen, während man isst. Jetzt ist alles anders. Nachdem vor einiger Zeit schon viele Stühle und Tische verräumt worden waren, kann seit den Weihnachtsferien an jedem der Tische noch genau eine Person sitzen. Ich stelle mir das trostlos vor, zumal das Mittagessen auch nicht in normalen Tellern, sondern in Wegwerfgeschirr portioniert wird.…

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