Fenster
An den grösseren Bahnhöfen werden die Zugsabfahrten nicht nur auf gelben Plakaten angezeigt, sondern „in Echtzeit“, den wirklichen Gegebenheiten angepasst, auf Monitoren dargestellt. Dies ist eine praktische Sache, vor allem bei Verspätungen oder Gleisänderungen. Meist kann man sich auf diese Screens verlassen; die Realität wird sehr genau abgebildet. Es kommt jedoch vor, dass statt der Anzeige im Vollbildmodus ein kleines schwarzes Fenster mit einer etwas kryptischen Fehlermeldung vor dem Standard-Bilschirm mit Windows-Logo zu sehen ist. Es soll bei den besten…
Die Neue
Täglich werden an jedem Schweizer Bahnhof Durchsagen gemacht. Züge mit nächsten Halten und Bestimmungsorten werden ausgerufen, Gleiswechsel, Verspätungen, Zugsausfälle. Früher, das ist bald Jahrzehnte her, gab es Bahnhofsvorstände, die neben vielen anderen Dingen auch solche Mitteilungen ausriefen. Später wurde ein Computer eingesetzt, der ungefähr – so habe ich das in Erinnerung – dreitausend Satzteile und Wörter gespeichert hatte. Eine Schauspielerin hatte sie eingesprochen. Diese Abschnitte konnten nach Bedarf zusammengesetzt werden. Seit diesem Monat ist alles nochmals anders: Die Computerstimme ist…
Zugskompositionen
Auf der Tösstal-Strecke verkehren bekanntlich Thurbo-Züge. Tagsüber fährt eine Komposition. In den Stosszeiten sind es zwei. Wie die genau zusammengestellt sind – 1. Klasse vorne und hinten, nur in der Mitte, in der Mitte und hinten oder vorne und in der Mitte – erschliesst sich mir nicht. Wie ich beobachtet habe, ist der vordere Teil auch meist kürzer als der hintere. Genau, weil man sich darauf verlassen kann, dass eine dieser vier Anordnungen stimmt, ist es verwirrend, wenn es mal…
Schnelle Autos in Zürich
Sie mögen unpraktisch sein. Keinen Platz für irgendwas bieten – zwei Sitzplätze hat es, und ein bisschen Handgepäck wird man auch verstauen können. Sie mögen laut sein. Stinken. Die Luft verpesten. Ein Vermögen kosten. Ihre Geschwindigkeit und Kraft „in freier Wildbahn“ nirgends zeigen können. Sie gehören vom ökologischen Standpunkt her wohl, je nach dem, wen man fragt, zum Verwerflichsten des Verwerflichen, das auf den Strassen verkehrt. Trotzdem üben Ferraris eine merkwürdige Faszination aus: Nicht nur auf mich, sondern auf viele…
Englische Cabrios
Auf der Schwägalp waren beieinander auf einem abgetrennten Parkplatz vier Cabrios parkiert. Nicht die neuesten, sondern solche, wie sie einem alten James-Bond-Film entsprungen hätten sein können. Coole Autos! Mit einer klaren Expertise stellte ich fest, dass es sich hier um englische Fabrikate handeln musste. Aston Martin, das stand ja drauf. Oder? Die Besitzerin eines solchen Autos erklärte uns, dass dies ein Austin-Healey sei. Ja, klar, Austin-Healey, nicht Aston Martin. Keine Ahnung. Sehen für mich wirklich ähnlich aus. Zu meiner Ehrenrettung…
Gepäcktor entriegeln
Wenn man sich umschaut, findet man zum Teil herrliche Formulierungen. Ob in der Zeitung, bei Werbeplakaten, amtlichen Anzeigen oder – wie hier – als Anweisung aufgemalt an einem Gepäckwagen der Appenzeller Bahnen, der uns begegnete. „Zum Gepäcktor entriegeln Ring ziehen“ stand da. Ok. Nach „am, beim, zum“ geht es gross weiter, weil das Verb substantiviert wird. So habe ich das gelernt, und das gilt glaub immer noch. Das Wortgefüge wird so jedoch auch nicht besser. Bin ich ein grammatikalischer Pedant?…
Alpaufzug im Tunnel
Auf der Rückreise vom Säntis fuhren wir mit der Appenzellerbahn quer durchs Appenzellerland über Appenzell und Gais nach St. Gallen. So konnten wir die wildromantische Hügellandschaft auf uns wirken lassen und uns über die Gepflogenheiten der Inner- und Ausserrhoder Bauern beim Bemalen ihrer Häuser und Ställe unterhalten. Zwischen dem Riethüsli und dem Hauptbahnhof St. Gallen hat es seit ein paar Jahren einen neuen Bahntunnel. Darin hat gegen Ende der Bauzeit ein Künstler einen Appenzeller Alpaufzug aufgemalt. Die Appenzeller Alpaufzüge üben…
Säntis – der Berg
Als wir mit dem Frühstück fertig waren, wagten wir uns nach draussen. Unser nächstes Ziel war der Säntisgipfel, von wo aus man eine wunderschöne Rundsicht – laut der Werbung auf sechs Länder – hat. Dass es windig wäre, konnten wir uns vorstellen. Dass es uns dann schier wegblies, verblüffe uns zu Beginn doch ein wenig. Für den Kampf gegen den Wind wurden wir mit einer schönen Aussicht belohnt, auch wenn es – wie bereits gestern erwähnt – nicht zu 100…
Zmorge auf dem Säntis
Wir hatten Gutscheine für ein Morgenessen auf dem Säntis geschenkt erhalten. Das Geschenk einzulösen als vierköpfige Familie mit erwachsenen Kindern stellte sich als nicht ganz einfach heraus: Alle haben immer wieder verschiedene Termine, auf die Rücksicht genommen werden muss. Als der Termin auf dem Säntis fixiert war, hofften wir auf schönes Wetter, auf dass der Tag gelänge. Wir hatten Glück: Das Wetter war am Samstag sehr schön, nur teilweise ab und zu nicht ganz 100 Prozent sichtig. Auch das Morgenessen…
Postauto mit Anhänger
Als wir am Samstag auf dem Weg Richtung Säntis waren, erwartete uns in Urnäsch ein Postauto mit einem Anhänger. Dies habe ich im Zürcher Weinland schon gesehen. Man kann entweder in das „normale“ Postauto oder aber in den Anhänger steigen, um dann einfach vom Postauto gezogen zu werden. Der Vorteil liegt auf der Hand: Wenn es wenig Fahrgäste hat – unter der Woche zum Beispiel oder bei schlechtem Wetter – kann man den Anhänger abkoppeln und so die Anzahl der…









