Ein spezieller Weihnachtsbaum
Auf dem Flachdach unserer Schule befestigt der Hauswart jeweils Ende November eine Tanne und schmückt sie weihnachtlich. Eine Lichterkette darf selbstverständlich auch nicht fehlen. Durch ihre exponierte Lage kommt es leider immer wieder vor, dass sie vom Sturm umgeblasen wird. Jemand vom Hausdienst muss dann jeweils über mehrere Dachabschnitte zur Tanne vordringen und sie wieder aufstellen. Nun hat es bei unserem Schulhaus dank seiner speziellen Architektur verschiedene Atrien mit wilden Pflanzen auf jedem Geschoss. In einem dieser Atrien wächst –…
Die Villa im Morgenrot
Auch gestern wieder tauchte die Sonne vor ihrem Aufgang alles in Gelb-, Orange- und Rottöne. Davor jedoch – und vom Zug aus konnte man das wieder nicht fotografieren – war der Himmel wieder rosa bis violett. Alles, was nicht zum Himmel gehörte, war jedoch in tiefes Schwarz gehüllt, und die Ränder hoben sich scherenschnittartig ab. Einfangen konnten wir das vom Schulhausdach aus, in südöstliche Richtung blickend, wo sich vor den Glarner Alpen im Hintergrund ganz nahe ein Baum abzeichnete. Dahinter…
Am Schalter 7
Es ist nun ja nicht so, dass ich am Samstag, als ich den Verlust meiner Fototasche bemerkt hatte, weiterhin völlig cool und rational hätte denken und handeln können. Klare Gedanken zu fassen, gelang mir einigermassen, aber die Ohnmacht, einfach warten zu müssen, trieb mich um. In der Hoffnung, dass die Tasche am Bahnschalter abgegeben worden wäre, zog ich eine Nummer und wartete. Und wartete. Eine gefühlte Ewigkeit lang. Von den etwa fünf besetzten Schaltern erwischte ich Schalter 7. Dort werden…
Die Kameratasche
Der Lokführer, der mit „meinem“ Zug drei Stunden später wieder aus Rüti zurükgekommen war und meine Kameratasche in der Hand hielt, hatte schon recht: Je nach dem hätte ich meine Kamera auf Ricardo zurückkaufen können: Kamera, Objektive und Tasche einzeln. Obschon sie schon rund sieben Jahre alt ist, hätte sie wohl durchaus noch ein paar Franken eingebracht, Zum Glück – Gott sei Dank – jedoch war die Finderin ehrlich und gab die Tasche dem Lokfürer ab. Dabei hatte alles recht…
Brennender Himmel
Vorgestern Morgen tauchten in den sozialen Medien verschiedene Varianten des selben Wetterphänomens auf, wobei keine Foto auch nur annähernd die Wucht der Schönheit zeigen kann, die sich da morgens zeigte. Worte werden dem Ganzen noch viel weniger gerecht. Trotzdem versuche ich zu beschreiben, was das Bild zu diesem Post nicht zeigt: Bevor die Sonne hinter dem Horizont aufstieg, verfärbte sie den Himmel. Von ihren Strahlen beschienen, leuchteten die Wolken in verschiedensten Blau-, Lila- und Rosa-Tönen. Vom Zug aus war dies…
An der Schneefallgrenze
Einige Grenzen sind klar festgelegt: Ländergrenzen zum Beispiel. Solche Grenzen sind von Menschen gezeichnet oder auch im Gelände sichtbar: Flüsse, Abgründe oder andere natürliche Gegebenheiten. Andere Grenzen hingegen sind nicht gar so scharf. Die Nebelgrenze zum Beispiel kann durchaus sehr diffus sein. Vielfach ist es ja nicht so, dass man direkt aus dem dichten Nebel an die Sonne kommt. Ähnlich verhält es sich mit der Schneefallgrenze: Irgendwo schneit es, und irgendwo weiter unten regnet es. Wo der Übergang ist kann…
„Variabel Jugendliche“
Nicht um jeden Preis wäre ich am Samstag fast acht Stunden Zug gefahren, um einen Skitag zu erleben. Im Skigebiet Scuol – Motta Naluns hatte es jedoch so viel Schnee gegeben, dass es die Marketing-Abteilung sinnvoll gefunden hatte, einen Teil der Bahnen bereits laufen zu lassen. Während Jahren war dies „meine“ Ski-Destination gewesen, und zudem bestand die Aussicht, den Tag mit meinem Sohn zu erleben, der in Chur studiert. Für die Zugfahrt musste ich als Besitzer eines GAs nichts bezahlen.…
Ein leerer Hauptbahnhof
Um den Zürcher Hauptbahnhof praktisch menschenleer zu sehen, dafür muss man früh aufstehen. Unter der Woche wäre dies wohl vom Tösstal her nicht möglich, fährt bei uns der erste Zug doch erst um 05:25 Uhr. Wenn man in Winterthur die S12 nimmt, ist man um 06:12 Uhr in Zürich. Am Samstag jedoch waren zu dieser nachtschlafenen Stunde nur ein paar Unentwegte unterwegs: Mit grossen Koffern und Handgepäck vom und zum Flughafen, auf dem Weg zur oder von der Arbeit oder…
Make the day work
Slogans sind manchmal ziemlich zwiespältig: Einige bringen knackig auf den Punkt, was man vom Produkt erwarten („Snickers chunnt, de Hunger gaht“) oder nicht erwarten darf („Mit Ovo chasches nöd besser. Aber länger.“) Andere wiederum kommen als Abkürzung daher („Figugegl“) oder sind so blöd, dass man sie sich merkt, weil man sich über sie nervt („Chli schtinke mueses“). Den Slogan „Make the day work“ hätte ich spontan einem Ristretto oder einem Energy Drink zugeordnet. In der Umgebung, wo ich ihn wahrnahm,…









