Category Archives: Unterwegs

Er war gar zu herzig, der Wohnwagen, der da auf dem Parkplatz stand. Fast wie von Hand aus Holz – mit der Stichsäge – gesägt, stand er da, zumindest scheinbar aus Holz gefertigt. Kantig, die Seitenflächen flach und dazwischen eine gewundene Fläche, die aussah wie eine in Form gepresste Holzplatte. Stehen könnte man in diesem Anhänger kaum, und wie man das Interieur gestalten könnte, damit es bequem würde – mit Bett und Sitzgelegenheit -, kann ich mir nicht ganz vorstellen.…

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Beim Bahnhof Kollbrunn hat es auf einer Wiese viele Sonnenschirme. Über den Daumen gepeilt sind es gegen 20 Stück, die da so herumstehen. Herumstehen deshalb, weil sie nicht etwa eine Fläche schattieren, auf der man liegen würde – wie in einem Freibad oder an einem See oder Meer -, sondern irgendwie lustlos am Rand, dem Zaun entlang, aufgereiht, angelehnt sind. Man kann sich schon fragen, wer die Schirme da platziert hat, und aus welchem Grund. Nur für den Fall: Ausgelüftet…

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Der Tag des Abschieds war da; nach dem ausgiebigen Frühstück im Hotel Belvédère – ich habe darüber geschrieben – begaben wir uns zum Bahnhof. Dort nahmen wir unser Gepäck aus dem Schliessfach und suchten die 1.-Klass-Abteile. Auch für die Heimfahrt hatten wir uns einen Klassenwechsel gegönnt. Im champagnerfarbenen „Capricorn“-Zug ist die 1. Klasse im „Stüva“-Stil eingerichtet: Scheinbare Steinwände mit Kalkverputz, mit scheinbar eingravierten Figuren und Sprüchen (genauer: einem Spruch von Kofi Annan, dem ehemaligen UNO-Generalsekretär, in fünf Sprachen), scheinbar hölzerne…

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Auch das Dörflein S-Charl hat einen ganz bestimmten Charme: Grössere und kleinere Engadinerhäuser gibt es da, eine Herberge aus früheren Zeiten, als die Säumer durch das Val S-Charl vom Engadin ins Münstertal zogen. Zwei Restaurants für die Touristen. Eine pittoreske kleine Kirche. In dieser Kirche wollten wir noch etwas verweilen; bis das Postauto käme, blieb uns noch etwas Zeit. Es fiel auf: Hier wurde tatsächlich – wenn auch nicht jede Woche – noch Gottesdienst gefeiert. Es hatte Elemente, die darauf…

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Einen Ausflug wert ist jeweils auch das Val S-Charl. Bei der Fahrt mit dem Postauto fährt man durch einen Wald und eine Klus, bis sich das Tal öffnet. Die Talflanken sind meist bewaldet, die Talsohle – zum Teil meterhoch – mit Kies bedeckt. Viele Erdrutsche und Bergstürze haben die Strasse schon verschüttet, und auch die Clemgia – das Bächlein, das sich durch das Tal schlängelt, kann bei starkem Regen bedohlich anschwellen. Wenn man das so sieht, würde man nicht denken,…

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Auf der Alp Grüm stieg ich aus und machte Mittagsrast. Auf der Terrasse des Restaurants wurde ich durch die Touristen aus dem Bernina-Express, die einen längeren Halt dazu nutzten, Gletscher und Berge zu fotografieren, fast überrannt, erhielt mein Mittagessen aber schliesslich doch noch. Die Rückfahrt nach Pontresina wollte ich dreigeteilt gestalten: Per Zug bis Bernina Suot, zu Fuss weiter mit Zwischenhalt zum Photoshooting mit dem historischen Triebzug (er würde unterdessen bereits wieder von Pontresina nach Poschiavo unterwegs sein) bei der…

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Von meinem Bruder hatte ich erfahren, dass am Mittwoch und Donnerstag unserer zweiten Ferienwoche eine spezielle Bahn zum letzten Mal über den Berninapass führe. Es handle sich um zwei Triebwagen von 1908 und 1910, die von Poschiavo nach St. Moritz und zurück führen. Für mich, der ich ziemlich zugbegeistert bin, ein gefundenes Fressen. Ich konnte es so einrichten, dass ich am Mittwoch in St. Moritz bereitstand und im vorderen der beiden Wagen den besten Platz in der 1. Klasse ergattern…

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Von Motta Naluns nach Prui hat es einen schönen Höhenweg. Er ist so ausgebaut, dass bei Bedarf sogar Lastwagen da durchfahren können. Dies war beim Umbau des Restaurants „La Motta“ wichtig. Grundsätzlich ist die Strecke jedoch für den motorisierten Verkehr gesperrt. Stattdessen können Familien in Richtung von Prui nach Motta Naluns auf dem Flurina-Weg an verschiedenen Posten der Geschichte von Flurina und dem Wildvöglein von Alois Carigiet und Selina Chönz folgen. Von Motta Naluns via Prui und Ftan nach Scuol…

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Am 1. August wiederum hatten wir keine allzu grossen Sprünge vor: Das Wetter war einmal mehr zu unsicher. Stattdessen holte ich bei der Bäckerei Not Clalüna den vorgängig bestellten 1.-August-Weggen ab – eine Tradition, die wir schon lange pflegen. Dieses Jahr zum ersten Mal wurde in Sent ein Dorfmarkt auf dem Plaz abgehalten. Künstler, Kunsthandwerker und Boutiquen aus der Region boten an mehreren Ständen ihre Waren feil: Ein Sammelsurium aus Geschirr, Schnitzereien, Karten, Stricksachen und vielem mehr – sogar Forellen…

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Begonnen hatten unsere Ferien kühl, feucht und angesichts dessen auch ziemlich entspannt. Bei Regenwetter blieben wir gerne in der Ferienwohnung und genossen das „Herunterfahren“, „die Seele baumeln lassen“ und lasen etwas. Nichtsdestotrotz genossen wir es, als wir am Mittwoch – nach einem Spaziergang von Motta Naluns nach Prui am Dienstag – unsere erste „richtige“ Wanderung machen konnten. Von Tarasp ging es zuerst steil hoch, dann relativ flach in Richtung Lai Nair, auf Stegen über das Moor am Seeufer und anschliessend…

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